We should all read Margarete Stokowski

Ein Buch, eine Autorin, sieben Jahre, 74 Texte (wenn ich mich nicht verzählt habe). Margarete Stokowskis neues Buch „Die letzten Tage des Patriarchats“ versammelt ausgewählte Kolumnen und Essays, die sie für die „taz“ und „Spiegel Online“ geschrieben hat, thematisch sortiert in zehn Kapiteln. „Gute Zeiten, um nicht nur den Zerfall des Patriarchats zu beobachten, sondern auch sein letztes Aufbäumen“, schreibt sie zu Beginn. Es geht um Sex, ums Flirten, Feminismus, politische Geschehnisse der letzten sieben Jahre, um Männer und Frauen im Einzelnen und Allgemeinen, um Körper und Schönheitsideale, Gewalt, politische Ausrichtungen und um das Schreiben über diese Themen an sich. 

Einzelne Texte des Buches sind von der Autorin kommentiert. Sie erzählt von extremen Reaktionen auf individuelle Texte, zitiert ausgewählte Leser*innenkommentare, gibt Einblicke in ihre Arbeitsweisen und in die Art, wie sie auf Hasskommentare reagiert oder nicht reagiert. Margarete Stokowski schafft es mit dieser Transparenz die digitalen (Online-)Diskussionen um ihre Texte und die Thematiken, die sie anspricht, in ein analoges Buch zu überführen, ohne das Leser*innen sich selbst den Unmengen teils Aggressionen auslösenden Kommentaren unter Stokowskis Kolumnen aussetzen zu müssen. 

Doch nicht nur diese Überführung von Online-Texten in ein analoges Buch zu überführen ist bemerkenswert. Genauso wie ihr Debüt „Untenrum Frei“ ist „Die letzten Tage des Patriarchats“ geprägt von Witz, viel Wahrheit und Stokowskis Fähigkeit, Strukturen, die in unserer Gesellschaft gefestigt und existent sind, offen zu legen. Und das auf eine so klare und nachvollziehbar argumentierte Art und Weise, dass man nur immer wieder laut „Ja, genau das!“ schreien möchte und sich wünscht, jeder Mensch in Deutschland möge Margarete Stokowskis Texte lesen.

Obwohl man das Buch kaum aus der Hand legen möchte, gibt es doch, besonders im Kapitel „Gewalt“, den ein oder anderen Text, nach dem man es vielleicht kurz mal zur Seite legen sollte, um sich einen Tee zu kochen oder einen kleinen Spaziergang zu machen. Denn auch wenn die meisten Essays von einem gewissen Humor geprägt sind, gibt es in Stokowskis weit gefächerten Themenbereichen auch Inhalte, die keinen Platz für Witz oder Ironie lassen. Zwar beweist die Autorin auch hier eine große Sensibilität für die einzelnen Thematiken und die dahintersteckenden Strukturen, jedoch sollte jede*r Leser*in für sich entscheiden, wann eine Pause, um das Gelesene zu verdauen, von Vorteil wäre.

„Die letzten Tage des Patriarchats“ ist, genauso wie „Unterurm frei“, ein Buch, das jede Person, ob jung oder alt, egal welchen Geschlechts und welcher Herkunft, gleichgültig welche politische Ausrichtung, ob Feminist*in oder nicht lesen sollte. Deshalb verlosen wir ein Exemplar unter euch: Dafür schreibt uns einfach bis zum 31. Oktober eine Mail an info@diversmagazin.de mit dem Betreff „Verlosung Die letzten Tage des Patriarchats“ und einer kurzen Nachricht, in der ihr euren Namen und eine Mailadresse, unter der wir euch erreichen können, angebt. Die*der Gewinner*in wird Anfang November per Mail kontaktiert.

Cover_Stokowski_Die letzten Tage des Patriarchats

Für alle, die nicht abwarten können,
gibt es „Die letzten Tage des Patriarchats“
beim Rowohlt Verlag für 20 Euro zu kaufen.
Dort findet ihr auch Infos zu Lesungen.

 

Ein Artikel von Helena Köster

Copyright Titelbild: Rosanna Graf

 

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