blut überall (manchmal auch in der lieblingsunterhose)

Bis ich 19 war habe ich Tampons und Binden unauffällig in meinem Pulloverärmel verschwinden lassen, habe mich flüsternd zu Freund:innen umgedreht und gefragt, ob sie einen Tampon haben und ihn dann aus der Kuhle ihrer Hand gefischt (Hauptsache so, dass es niemand mitkriegt). Drüber geredet habe ich natürlich schon, das war nicht so das Problem. Das Problem war viel eher, dass, sobald dann doch jemand den Tampon gesehen hat (mit „jemand“ meine ich jetzt ganz verallgemeinernd junge Cis-Männer), die Personen angefangen haben zu lachen oder öfter mal ein Spruch kam – von wegen „Deshalb bist du so zickig“. You know what? Ein großes „Fuck You“ an euch! 

Ich habe meine Menstruation mit 11 bekommen und dachte, dass mein Leben jetzt vorbei wäre. Meine Mum war aber ziemlich gut darin mir zu erklären, dass das nichts Schlimmes ist (außer dass es verdammt weh tut und das jeden fucking Monat) und dass das ja was Tolles ist, so einmal im Monat aus seiner Vagina ein bisschen Blut laufen zu haben (ich fand das nicht toll, nope). Aber trotzdem: Danke an dieser Stelle an meine Mama, die nicht versucht hat, das zu verheimlichen und nicht verstehen konnte, warum das denn jetzt peinlich ist (versteh ich heute auch nicht mehr). Früher war es aber peinlich. Es war eklig. Es war scheiße. Und wie schon kurz angesprochen sind wir als Gesellschaft wirklich noch nicht weit, wenn es um die Menstruation geht. Blöde Sprüche sind Standard, das Verstecken teilweise auch noch und in der Werbung ist Menstruationsblut Blau (wer hat sich den Scheiß eigentlich ausgedacht? Blau? Warum Blau?).

Das stained-Zine hat sich zur Aufgabe gemacht, andere Perspektiven auf Menstruation zu zeigen und damit ein Gespräch anzufangen, das längst überfällig ist. Resi und Emilia, die Initiatorinnen*, haben über 40 Beiträge gesammelt von verschiedenen menstruierenden Menschen. Rausgekommen ist dabei ein kleines Buch, das die Vielfalt von Menstruation aufzeigt – cause it’s not the same for everyone. Über Kunst mit dem eigenen Menstruationsblut, Collagen und Lyrik bis hin zu spezifischen Auseinandersetzungen wie Menstruation und Leistungssport oder aber was es bedeutet, als nicht-binäre Person zu menstruieren, werden verschiedene Perspektiven aufgezeigt. Dazu kommt, dass das Zine auch einfach schön anzusehen ist, das muss ich jetzt auch mal zugeben. Ich hoffe, dass dieses Projekt zahlreich unterstützt wird und vielleicht ja auch irgendwie weitergeführt wird? Wer weiß, es wäre doch schön. Denn wir sind noch lange nicht am Ende der Konversation über Menstruation angekommen. Abschließend kann ich nur sagen, dass es mehr vielfältige Stimmen braucht, wenn über Menstruation gesprochen wird – und das es geht, zeigt das stained-zine. 

Kaufen könnt ihr das Zine auf dieser Website! Besucht das Zine sonst auch auf Instagram. Kleiner Tipp: das Zine eignet sich auch gut als Weihnachtsgeschenk für friends & family.

Eine Rezension von Lea Terlau
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Vanessa Voigt (Instagram, Webiste)

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