Die Erdbeerwoche – deine Tage und was du dafür brauchst

Ich habe meine Erdbeerwoche, Besuch von der Tante Rosa oder ich surfe auf der roten Welle – das alles umschreibt ein Thema, über das viel geschwiegen wird: die Periode. Dabei ist es eins der natürlichsten Dinge der Welt, einmal im Monat seine Regelblutung zu bekommen!

Die erste Periode, Menarche genannt, wird mancherorts als rauschendes Fest zum Beginn des Frauwerdens gefeiert. Auf der anderen Seite wird das Menstruationsblut oft als unrein gesehen. Deshalb wissen viele Mädchen* gar nicht so recht, was da in ihrem Körper eigentlich vor sich geht, Hauptsache es verschwindet schnell wieder. Mädchen* und Frauen* lernen, ihre Tage zu verstecken und heimlich zu versorgen. Wie oft wird auf dem Weg zur Toilette eine Binde in der Hosentasche versteckt oder flüsternd nach einem Tampon gefragt. Aber auch, wenn das Thema gerne hinter der vorgehaltenen Hand besprochen wird, gibt es doch vielfältige Produkte und Arten, mit den Tagen umzugehen.

Was du über Binden und Tampons wissen solltest

Die bekanntesten Hygieneartikel sind die herkömmlichen Binden und Tampons. Nachvollziehbar, da man sie bequem in jedem Drogeriemarkt kaufen kann. Binden fangen das Blut außerhalb des Körpers auf und sind in vielen Formen und Saugstärken erhältlich. Tampons werden in die Scheide eingeführt und sind bei optimalem Sitz nicht mehr spürbar. Viele Frauen* finden sie besonders praktisch, weil sie mit einem Tampon auch Sport machen oder Schwimmen gehen können, ohne sich beeinträchtigt zu fühlen. Trotzdem gibt es auch bei den beliebtesten Hygieneartikeln einige Nachteile. Auf der einen Seite werden für ihre Herstellung oft Bleichmittel, Parfum oder andere chemische Zusätze verwendet. Das kann die Haut reizen oder zu einem trockenen Gefühl führen. Außerdem benutzen Frauen* in ihrem Leben rund 17 000 Binden oder Tampons. Damit sammelt sich im Laufe eines Lebens schon ein ganzer Müllberg an! Das meist diskutierte Risiko bei der Benutzung von Tampons ist aber das Toxische Schocksyndrom, kurz TSS. Das ist eine sehr seltene, aber ernstzunehmende bakterielle Infektion. Wenn ein Tampon zu lange im Körper bleibt, können sich dort die schädlichen Bakterien besonders gut vermehren. Eine von 200 000 Frauen im Jahr erleidet an TSS, wenn der Körper Bakterien, die sich in der Scheidenflora vermehren, nicht mehr abwehren kann. Die Patientinnen fühlen sich dann häufig schwindlig bis zur Ohnmacht, und es kann unter anderem zu hohem Fieber, Hautausschlag oder Muskelschmerzen kommen. Meistens kann TSS mit Antibiotika behandelt werden, wenn es rechtzeitig erkannt wird. Aber leider gibt es auch einige wenige Todesfälle. Weil TSS im Zusammenhang mit der Nutzung von Tampons steht, muss folgende Regel beachtet werden: Der Tampon sollte regelmäßig und nur mit gewaschenen Händen gewechselt werden. Am besten wechselt man ihn auch direkt vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen.  

…und gibt es auch Alternativen?

Wer jetzt die Drogerie voller Zweifel besucht, kann aufatmen: es gibt noch viele Alternativen zu den Standard-Hygieneartikeln! Eine Idee ist, wiederverwertbare Binden aus Stoff zu benutzen. Es gibt viele Shops im Internet, die hübsche, handgenähte Binden anbieten. Die kann man nach dem Gebrauch einfach kurz von Hand auswaschen und dann ganz normal in die Waschmaschine tun. Mit einem kleinen Vorrat kommt man so viel nachhaltiger durch die Periode. Zwar sind sie etwas teurer beim ersten Kauf, aber nach einigen Monaten zahlt sich die Wiederverwendung aus. Außerdem ist das Material, meist aus purer Baumwolle, hautfreundlicher als der Plastik-Baumwolle-Mix zum Wegwerfen. 

Wer das Gefühl einer Binde und eher freilaufendem Blut nicht mag, kann vielleicht mit einer Menstruationstasse, auch Luna-Cup oder Mooncup genannt, etwas anfangen. Das ist eine kleine Tasse aus flexiblem medizinischem Silikon, die das Blut im Laufe des Tages aufsammelt. Die Tasse kann dann einfach in die Toilette ausgeleert werden. Der Vorteil ist, dass sie sehr lange haltbar ist. Wenn sie nach jedem Gebrauch ausgespült und nach dem Ende der Periode mit Wasser abgekocht wird, kann sie mehrere Jahre benutzt werden. Mädchen*, die das erste Mal ihre Tage bekommen, können eine besonders kleine Tasse benutzen, um die etwas komplizierte Einführung zu lernen. Fans der Mooncups betonen, dass die Berührung mit dem eigenen Blut eine schöne Erfahrung sein kann und sie dadurch lernen, sich nicht mehr vor ihrem Körper zu ekeln. Trotzdem ist die Vorstellung, sie mal unterwegs auf einer öffentlichen Toilette auszuspülen, vielen Mädchen* und Frauen* unangenehm. Andere berichten aber, dass die Menstruationstasse sehr lange (bis zu 12 Stunden) in der Scheide sitzen kann und so nach einem längeren Tag einfach wieder zu Hause ausgeleert werden kann.

DU musst dich wohlfühlen!

Neben diesen beiden Alternativen gibt es noch weitere Produkte, wie Schwämmchen zur Einmalverwendung, auswaschbare Naturschwämmchen oder seit Neuestem sogar spezielle Unterwäsche, die das Blut auffängt. Es ist also klar, dass man sich nicht auf die Auswahl im Drogeriemarkt beschränken muss. Das Wichtigste ist aber, dass du dich während deiner Periode wohl fühlst! Am besten probierst du in Ruhe verschiedene Möglichkeiten aus und entscheidest dann, was am besten zu dir passt. Die Tage sind vielleicht nicht deine Lieblingszeit in Monat und können manchmal ganz schön nerven. Aber sie gehören genauso zu deinem Körper wie dein Arm oder dein Bein und du kannst stets versuchen, das Beste daraus machen kannst.

Ein Artikel von Lea Pehnt

Titelbild mit freundlicher Genehmigung von Helena Köster

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