Educate yourself: Judentum und jüdisches Leben

Jüdisches Leben ist in Deutschland oft unsichtbar. Viele Menschen in Deutschland haben in ihrem Leben kaum oder keinen (bewussten) Kontakt zu Juden und Jüdinnen, Berührungspunkte mit dem Judentum beschränken sich auf den Schul-Geschichtsunterricht, ein vages Halbwissen über den Israel-Palästina-Konflikt und diverse Klischees und Vorurteile. Wir haben eine Liste zusammengestellt, in der ihr Tipps zur eigenen Weiterbildung findet, von Büchern über Filme, Podcasts und Wissens-Angebote zu Einzelpersonen und Follow-Tipps. Wir haben uns darum bemüht, jüdisches Leben (vorrangig in Deutschland und Europa) aus möglichst vielfältigen Perspektiven abzubilden, jedoch können wir einem allumfassenden Umfang nicht gerecht werden. Wenn ihr weitere Tipps habt, schreibt sie gerne in die Kommentare oder schickt uns eine Nachricht!

Podcasts:

Aus der jüdischen Welt (DLF Kultur)
Eigentlich kein richtiger Podcast, sondern eine Radiosendung, die es aber auch als Podcast gibt: Jeden Freitagabend, zum Beginn des Schabbat, berichten verschiedene Modertor*innen über aktuelle Themen „Aus der jüdischen Welt“. Da geht es zum Beispiel um politische Themen, um Kunst und Kultur, um Feiertage, um Geschichte uvm.

Anti&Semitisch

In ihrer Spotify-Beschreibung steht einfach nur „DER deutschsprachige jüdische Podcast“. Dahinter stecken Juna und Chajm und die ersten acht Folgen, die von 22.12. bis 29.12.2019 gepostet wurden, sind eigentlich acht Mini-Folgen mit Ausreden, „warum ihr es nicht geschafft habt, die Chanukka-Kerzen zu entzünden“. Die drei darauffolgenden Episoden sind dann schon um einiges länger. Auf Chajms Blog ist man auch eingeladen, die Folgen zu kommentieren und Juna ruft auf ihrer Seite dazu auf, Fragen einzusenden.

Kindajewish
In bisher 13 Folgen sprechen Gil und Daphna über irgendwie alles mögliche. Zum Beispiel über jüdische Feiertage, über Essen, über Namen, Israel und vor allem auch darüber, was Jüdisch-Sein in Deutschland für die beiden bedeutet. In Folge 0 diskutieren sie auch erstmal darüber, wieso sie sich eigentlich als fast-jüdisch, als kindajewish, bezeichnen. Leider gibt es seit Juli 2019 keine neuen Folgen mehr.

Schon immer Tachles
Der Zentralrat der Juden in Deutschland feiert 2020 seinen 70. Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums wurden unter anderem der Podcast „Schon immer Tachles“ mit Philipp Peyman Engel ins Leben gerufen. Der Journalist unterhält sich in bisher fünf Folgen mit prominenten Gästen, z.B. mit der Filmproduzentin Alice Brauner, mit dem Historiker Michael Brenner und der Schauspielerin Susan Sideropoulos.

Bücher:

Unorthodox
Der Roman erzählt autobiografisch die Geschichte der Autorin Deborah Feldman, die in einer chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, aufwächst und immer mehr mit den strengen Regeln der ultraorthodoxen Gemeinde zu kämpfen hat. Feldman erzählt von Abschottung und Ausgrenzung – von außen, aber auch innerhalb der Gemeinde. Sie erzählt von einem fremdbestimmten Leben, vom Ausbruch aus der der Gemeinde und von den Hindernissen, denen sie auch danach noch begegnet. Repräsentativ für jüdisches Leben im Allgemeinen ist der Roman allerdings nicht, erzählt er doch von einer ultraorthodoxen Gemeinde. Nichtsdestotrotz lernen Nicht-Jüd*innen (hebr-jidd.: Goyim) einige jüdische Traditionen kennen. Am Schluss des Buchs findet sich außerdem ein Glossar über alle jiddischen und hebräischen Begriffe, die im Roman vorkommen. 2020 erschien eine gleichnamige Netflix-Produktion als Miniserie, dazu weiter unten mehr.

Desintegriert Euch!

Das erste Sachbuch von Max Czollek ist ein scharfsinniger Angriff auf die sogenannte „Leitkultur“ der deutschen Gesellschaft. Aus jüdischer Perspektive kritisiert er die Spaltung in ein inszeniertes „Wir“ und „Ihr“- das „Ihr“ steht dabei für Migrant*innen, von denen manche als gut integriert, manche als schlecht und böse dargestellt würden. Außerdem kommt den Jüd*innen in der deutschen Gesellschaft nach Czollek eine besondere Rolle zu: Als reine und gute Opfer helfen sie, das Bild von den guten, von der Geschichte geläuterten Deutschen zu stabilisieren. Ein sehr interessantes Buch, um Werte und Narrative, die als ganz normal empfunden werden, kritisch zu hinterfragen.

Gegenwartsbewältigung

Das zweite Sachbuch von Max Czollek baut auf seinem ersten Essay auf. Im Jahr 2020 erschienen, geht das Buch auf die Zeit der Krise ein und greift einschneidende Ereignisse wie die Corona-Pandemie und die Anschläge in Hanau und Halle auf. Czollek zeigt, wie ein neues Modell einer Gesellschaft aussehen könnte und wie echte Solidarität mit allen Menschen gewährleistet werden könnte. Ein gutes Buch, das zeigt, wie scheinheilig der jetzige gesellschaftliche Zusammenhalt wirklich ist und trotzdem Hoffnung gibt in schwierigen Zeiten.

Getauschte Heimat: Ein Jahr zwischen Berlin und Tel Aviv

Die Sängerin und Künstlerin Yael Nachshon Levin und die Journalistin Anja Reich lernen sich in Berlin kennen. Kurz darauf zieht Anja als Auslandskorrespondentin nach Tel Aviv, in Yaels Heimatstadt. Die beiden beschließen, sich Briefe zu schreiben, in denen sie sich über ihre getauschte Heimat austauschen, und so entsteht ein Briefwechsel über Heimat und Fremde, über Terror und Sicherheit, über Vorurteile und Antisemitismus und natürlich auch über Freundschaft.

Filme, Dokus & Serien:

Unorthodox (Netflix)
Die vierteilige Mini-Serie erzählt die Geschichte von Etsy, einer jungen Frau, die ein neues Leben in Berlin beginnt, nachdem sie aus der ultraorthodoxen Gemeinde der Satmarer Chassid*innen in New York ausgebrochen ist. Die Rückblenden zu ihrem Leben in New York basieren lose auf dem Roman von Deborah Feldman (s. oben), die Erzählung in Berlin ist allerdings rein fiktiv. Esther hat in Berlin nicht nur mit ihren Erlebnissen in der Vergangenheit zu kämpfen, sondern auch mit Anpassung und Ausgrenzung in Berlin und der deutsch-jüdischen Vergangenheit, die in der Hautstadt ständig präsent zu sein scheint.

Jüdisch in Europa

In dem Arte-Zweiteiler „Jüdisch in Europa“ begeben sich der Journalist Yves Kugelmann und die Filmproduzentin Alice Brauner auf eine Reise, um jüdisches Leben in Europa aufzuspüren. Dabei thematisieren sie die kulturellen Wurzeln von Jüd*innen in Europa, ihren Alltag und ihr Selbstverständnis ebenso wie die Mythen und den Umgang mit ihnen. Sie zeigen, wie Juden und Jüdinnen heute in Europa leben, wo die alten und neuen Zentren be- und entstehen und wie sich die jüdische Gemeinschaft wandelt. Momentan kann die gesamte Dokumentation auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung angesehen werden.

Masel Tov Cocktail
Dima, 16, ist Sohn russischer Einwanderer, Schüler am Gymnasium und er ist Jude. Das wäre nicht der Rede wert, wenn nicht alle ständig darüber reden würden. So auch sein Klassenkamerad Tobi, der ihn eines Tages in der Toilette mit einem vermeintlichen Witz über das Schicksal der Juden und Jüdinnen in Deutschland provoziert. Dima haut Tobi eine rein. Dies hat einen Schulverweis zur Folge, verbunden mit der Auflage, sich bei Tobi zu entschuldigen. Sein Weg zu ihm wird zu einem rasanten Roadtrip durch die Stadt und durch eine Vielzahl von Begegnungen mit Menschen die alle eine Haltung zu Jüd*innen, zum Judentum, zu dem, was sie für erwähnenswert halten, haben. Der Film ist noch bis zum 14.02.2021 in der ARD Mediathek verfügbar.

Minyan von Eric Steel

Ein sehr zarter Film, der im New York der 80er Jahre spielt. Der junge Protagonist David hat eine liebevolle Beziehung zu seinem Großvater, gemeinsam ziehen sie in einen jüdischen Apartmentkomplex. David beginnt gleichzeitig, sich selbst mehr auszuleben und geht regelmäßig in einer Schwulenkneipe feiern, wo er einen älteren Barkeeper kennenlernt. Der Film hat eine melancholische, ruhige Stimmung und transportiert gleichzeitig komplexe Themen wie Religiösität, die HIV-Welle und Homofeindlichkeit.

„Hey, ich bin Jude. Jung, jüdisch, deutsch“.

Was bedeutet es, der*die einzige Jude*Jüdin auf der ganzen Schule zu sein? Sich mit Klischees, Stereotypen und Antisemitismus rumschlagen zu müssen? Der Filmemacher Jan Tenhaven hat mit Jugendlichen zwischen 12 und 25 Jahren gesprochen, was es für sie bedeutet, jung und jüdisch in Deutschland zu sein. Der Film besteht nur aus den Aussagen der Protagonist*innen und Einspielern, in denen nüchterne Protokolle von antisemitischen Vorfällen vorgelesen werden. Der Film ist noch bis zum 6. September 2021 in der ZDF Mediathek.

So fühle ich mich als Jüdin in Deutschland | Auf Klo

Auf Klo ist immer toll, um mehr über die Lebensrealitäten verschiedenster Menschen zu erfahren, die ansonsten in keinen Talkshows ihren Platz finden. In diesem Interview mit Maria Popov spricht die 24-jährige Avital über ihr Jüdischsein und Antisemitismus in Deutschland.

Presse:

Jüdische Allgemeine
Die Jüdische Allgemeine ist eine deutschsprachige Wochenzeitung für Nachrichten und Kommentare aus Politik, Kultur, Religion und Jüdischem Leben. Herausgegeben wird die Zeitung vom Zentralrat der Juden in Deutschland (s. unten). Auf der Website der Jüdischen Allgemeinen finden sich zusätzlich zur gedruckten Wochenausgabe auch tagesaktuelle Beträge, die i.d.R. kostenlos gelesen werden können.

haGalil onLin
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haGalil ist ein deutschsprachiges jüdisches Online-Magazin, das 1995 aus dem Schock der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Jiztchak Rabin und dem Willen, ein Gegengewicht zu den vielen antisemitischen Nazi-Seiten im Netz zu bilden, entstand. Im Editorial schreiben sie: „Seither versuchen wir darzustellen, dass das Judentum bzw. jüdisches Leben aus ganz verschiedenen Kontexten heraus betrachtet werden kann.“

Mein deutsch-jüdisches Leben

In dieser Kolumne im SZ Magazin schreibt Linda Rachel Sabiers über ihre Identität als Jüdin. Sie räumt mit falschen Vorstellungen über das Judentum auf, berichtet über das Hin- und Hergerissensein zwischen Tradition und Moderne und erzählt auch mal ganz privat aus ihrem eigenen Leben.

Kolumne von Debora Antmann

Eine sehr scharfsinnige Kolumne im Missy Magazine von Debora Antmann, die sich selbst als weiße, lesbische, jüdische, analytische Queer_Feministin beschreibt. Sie schreibt zu Identitätspolitiken, intersektionalem Feminismus, Körpernormen und vielem mehr. Besonders gut fand ich ihren kürzlich erschienenen Text „Zwischen den Stühlen“, indem sie die Dichotomie zwischen weiß und BIPoC kritisiert, die keinen Platz lässt für viele andere Personen. Lustig kann sie aber auch: Weiße, Christlich sozialisierte Deutsche bezeichnet sie als wc-Deutsche.

Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart
Dieses Magazin erscheint beim Neofelis Verlag und ist erhältlich als Print oder PDF. Inhaltlich befindet sich das Heft auf einem hohen Level und ist eher wissenschaftlich angelegt. Es gibt aber auch immer essayistische und literarische Texte. Jede Ausgabe hat ein eigenes spannendes Thema, wie zum Beispiel die Deutsche Einheit, Selbstermächtigung oder Exil.

Anderes:

Zentralrat der Juden in Deutschland
Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist eine Dachorganisation und vereinigt 23 Landesverbände und 105 Jüdische Gemeinden. Er vertritt deren politische und gesellschaftliche Interessen und ist für die Politik auf Bundes- und Länderebene Ansprechpartner für alle Themen, die die jüdische Gemeinschaft betreffen. Der Zentralrat bietet zahlreiche (inter-)kulturelle, Gemeinschafts- und weiterbildende Angebote, wie z.B. das Projekt Schalom Aleikum – Jüdisch-Muslimischer Dialog, die Wochenzeitung Jüdische Allgemeine oder den Gesang- und Tanzwettbewerb Jewrovision.

Meet a Jew

Unter dem Motto „Miteinander statt übereinander reden!“ vermittelt das Begegnungsprojekt des Zentralrats der Juden in Deutschland ehrenamtliche jüdische Jugendliche und Erwachsene an Schulen, Universitäten, Sportvereine und weitere Einrichtungen. Zwar könnt ihr hier nicht alleine teilnehmen, aber ihr könnt euren Lehrer*innen, Erzieher*innen, Dozent*innen oder Sozialarbeiter*innen einen Vorschlag machen. Das Projekt agiert deutschlandweit. Mehr Infos dazu findet ihr auf der Website von Meet a Jew.

Wissen:

Jüdische Feiertage (religiöse und weltliche)
Wann ist eigentlich immer Schabbat, was wird an Yom Kippur oder Channukka gefeiert und was für jüdische Feiertage gibt es noch? Auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung findet ihr eine Übersicht über die wichtigsten jüdischen religiösen Feiertage, aber auch über weltliche Feiertage, wie zum Beispiel Yom Ha Shoa, dem Gedenktag der jüdischen Opfer der Shoa (Holocaust) oder Yom Haz Ma’ut, dem isralischen Unabhängigkeitstag.

Sefaria.org
Sefaria.org ist eine Online-Bibliothek, die jüdische Texte aus 3000 Jahren auf Hebräisch und in Englischer Übersetzung sammelt, frei zugänglich macht und auch in Bezug zueinander setzt. So kann man die einzelnen Verse der Tora (erster Teil des Tanach, der hebräischen Bibel) in Hebräisch direkt mit der Englischen Übersetzung vergleichen und durch einen Klick auf den Vers werden den Lesenden alle weiteren Texte aufgeführt, in denen auf den jeweiligen Toravers Bezug genommen wird. Das Projekt ist Open-Source und nicht profit-orientiert. Mittlerweile gibt es die Bibliothek sogar als App.

talmud.de

Auf dieser Online Plattform wird ein großes Wissen über jüdische Traditionen bereitgestellt. Auch hier findet ihr beispielsweise eine Übersicht über Feiertage, ihr könnt euch über jüdische Geschichte, Schriften und Orte informieren und herausfinden, was es zum Beispiel mit der Bar/Bat Mitzwah auf sich hat. Beachte allerdings: Die Website vermittelt dabei eine eher traditionelle Sicht auf jüdisches Leben.

Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Aktivist*innen:

Esther Bejarano (Aktivistin)
Esther Bejarano, geboren am 15. Dezember 1924, ist eine deutsch-jüdische Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau. Später engagierte sie sich in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BDA). Sie setzt sich auch heute noch aktiv gegen Antisemitismus und Rassismus ein. In unserem Artikel zum 8. Mai haben wir auch über ihr Engagement berichtet.

Yael Nachshon Levin (Künstlerin, Veranstalterin der Kultur-Reihe „framed“ in Berlin)
Yael Nachshon Levin wurde 1980 in Tel Aviv geboren, heute wohnt sie mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist Singer-Songwriterin, Autorin und Organisatorin des Kultur-Salon FRAMED in Friedrichshain. Ihr neuestes Album „Shinning Long After They’re Gone“ erschien 2019, ältere Alben sind auch auf Spotify zu streamen. Ebenfalls 2019 erschien das Buch „Getauschte Heimat“, das sie zusammen mit Anja Reich veröffentlichte (s. oben). Außerdem organisiert Yael Nachshon Levin seit einigen Jahren den non-profit Kultur-Salon FRAMED, zunächst bei sich zuhause, mittlerweile in eigenen Räumlichkeiten in Friedrichshain, Berlin. Jeden Monat lädt sie Musiker*innen und visuelle Künstler*innen ein, zusammen zu musizieren und ihre Kunst auszustellen.

Heinrich Heine (Schriftsteller)
Heinrich Heine war Schriftsteller, Dichter und Journalist. Er lebte von 1797 bis 1856 und war zeitlebens kritisch und politisch engagiert. Seine Werke waren ab 1835 in allen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes verboten, und so verbrachte er seine zweite Lebenshälfte im Exil in Paris. Antisemiten und Nationalisten feindeten Heine wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Haltung über den Tod hinaus an.

Else Lasker-Schüler (Dichterin)
Else Lasker-Schüler war eine deutsch-jüdische Dichterin, Performerin und Zeichnerin (1869-1945). Sie gehörte zur Avantgarde, aber kann auch der expressionistischen Literatur zugeordnet werden. 1933 musste sie aus Deutschland fliehen, ab 1939 lebte sie in Jerusalem, wo sie dann auch starb.

Hannah Arendt (politische Theoretikerin)
Hannah Arendt war Publizistin, Philosophin und politische Denkerin. Sie lebte von 1906-1975, 1933 emigrierte sie aus Deutschland. In ihren Werken beschäftigte sie sich mit Begriffen wie Totalitarismus, Faschismus, Arbeit und Freiheit. Besonders berühmt ist sie für ihre Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem und ihre Beschreibung dieser „Banalität des Bösen“. Für ihre eurozentrische und rassistische Sichtweise auf den afrikanischen Kontinent wird sie heute jedoch auch heftig kritisiert. (Wenn ihr mehr über diesen Aspekt ihres Schaffens erfahren wollt, sind hier ein Text und hier ein Podcast dazu.)

Kurt Tucholsky (Journalist)
Kurt Tucholsky (1890-1935) war Journalist und Schriftsteller und zählt zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel. Tucholsky war links und liberal eingestellt und kritisierte immer wieder Militär, Justiz und Republik.  Er ahnte den Untergang der Weimarer Republik und warnte vor einer kommenden Gewaltherrschaft. Nach 1933 wurden seine Werke verboten, zu diesem Zeitpunkt hatte er Deutschland schon verlassen.

Tipps zum Thema Antisemitismus

Antisemitismus in der Sprache
Jiddische Wörter wie „Tacheles“, „Schlamassel“ oder „meschugge“ werden im Deutschen oft gebraucht – und das ist in diesen Fällen auch in Ordnung, sagt Ronen Steinke. Warum das bei „Mischpoke“ oder „mauscheln“ aber anders ist und wieso eingedeutschte Begriffe wie „Sabbat“ Tabu sein sollten, erklärt der Autor in aufschlussreichen Beispielen. Manches wird überraschen: „Altes Testament“ ist kein neutraler Begriff für die fünf Bücher Moses. „Antisemitismus“ ist ein durchaus ambivalentes Kunstwort. Und auch die „Macke“ hat jiddische Wurzeln. Steinke sensibilisiert für unsere Sprachgeschichte, damit eine diskriminierungsfreie alltägliche Kommunikation möglich wird.

Bei .divers:

Stolpersteine
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen, der staatliche Antisemitismus gipfelte in einem Pogrom gegen Juden und Jüdinnen. Jedes Jahr an diesem Datum, aber auch das ganze Jahr über, bringen landesweit Menschen die Stolpersteine wieder zum glänzen – gegen das Versinken in Schmutz, gegen das Vergessen. Hier erfährst du, wie du Teil davon sein kannst.

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Titelbild by Ben Ostrower on Unsplash (Das Titelbild zeigt einen Davidstern und eine Menora als Mosaik auf einer Wand in Rom. Mehr Infos zu den beiden Symbolen findet ihr zum Beispiel hier.)

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